Februar 11

Die Schule ist kein rechtsfreier Raum

Die Schulzeit ist sich nicht einfach und mancher Schüler stöhnt über die Härte des Schulalltags. Dabei war das Leben eines Schülers in früherer Zeit deutlich härter.

Rechte, die nicht immer selbstverständlich waren

Körperliche Unversehrtheit oder das Recht sich frei zu entwickeln, standen einem Schüler früher nicht zu. Selbst in der jüngeren Vergangenheit, in den Jahrb 1950 bis 1970 war der Schulalltag von Rechtlosigkeit geprägt.

Mancher Schüler saß in der Pause auf dem Toilettendeckel der Schultoilette und schrieb die Hausaufgaben des Banknachbarn ab, weil er Angst vor schweren körperlichen Misshandlungen hatte. Lehrer wohnten oft nahe bei der Schule und vergaben als Strafe gerne Haus- oder Gartenarbeiten. Einige Eltern und Großeltern wissen davon zu berichten, wie den Nachmittag damit verbrachten, beim Lehrer den Hausputz zu erledigen. Die Qualität der Arbeitsmaterialen war unterirdisch, da der Hausfrau die Qualität der Hausgeräte egal, denn sie wusste, dass nicht sie damit arbeiten musste.

Demütigende Strafen, Stundenlanges in der Ecke stehen und sogar Einsperren waren einmal erlaubte Strafen an Schulen. Die Schüler hatten weder ein Gremium, das ihre Rechte vertrat, noch konnten Sie sich beschweren. Wer sich mit dem Schulalltag der Vergangenheit befasst, erkennt deutlich, dass Schule früher deutlich härter war. Hier stimmt der Spruch: “Früher war alles besser“ nicht.

Schüler stehen unter dem Schutz des Gesetzes

Die größte Errungenschaft ist sicher das Recht auf Bildung. Diese war früher ein Privileg, für welches die Eltern zahlen mussten. In der Schule stehen Schüler unter dem Schutz des Grundgesetzes, des Strafgesetzes und des Zivilrechts. Strafen müssen pädagogisch wertvoll sein und Schüler haben darüber hinaus viele Rechte:

  • Das Persönlichkeitsrecht erlaubt weitgehend die freie Wahl der Kleidung.
  • Die Religionsfreiheit erlaubt sowohl das Beten in der Schule, als auch die Weigerung dies zu tun,
  • Schüler dürfen ihre Meinung frei äußern, auch in der Schule.
  • Das Recht zu demonstrieren steht Schülern zu, allerdings außerhalb der Schule und der Unterrichtszeit.
  • Lehrer müssen Schüler umfassend informieren, beispielsweise eine Note begründen.
  • Jeder Schüler kann sich beschweren, wenn er glaubt, in seinen Rechten eingeschränkt zu werden.

Kein Pennäler, der früher mehr oder weniger willkürlich zu brutalen Strafen oder zum “Arbeitsdienst“ bei Lehrer verdonnert wurde, hätte sich vorstellen können, dass Schüler mal das Recht haben, würden gegen diese Missstände zu klagen. Immerhin hieß es im Mittelalter noch: “sub virga degere“ (unter der Rute leben) statt in die Schule gehen.

Kategorie: Schule | Kommentare deaktiviert für Die Schule ist kein rechtsfreier Raum
Februar 10

Arbeiten und Schule sind möglich

Die meisten Jugendlichen haben Wünsche, die sich mit dem Taschengeld der Eltern nicht erfüllen lassen. Es bietet sich an einen Job anzunehmen, der sich neben der Schule erledigen lässt. Doch hier stoßen junge Menschen an enge Grenzen.

Was der Gesetzgeber erlaubt

Das JArbSchG ( Jugendarbeitsschutzgesetz) bestimmt, in welchem Alter jugendliche Arbeiten dürfen. Generell gilt:

  • Jünger als 13 Jahre: Jede gewerbliche Arbeit ist verboten.
  • 13 bis 15 Jahre: Es ist erlaubt zwei Stunden täglich zu arbeiten, aber nicht vor dem Schulunterricht oder nach 18 Uhr
  • 15 bis 16 Jahre: Sofern Schulpflicht besteht, sind weiter nur zwei Stunden mit den genannten Einschränkungen erlaubt. Außerdem darf der Schüler in den Ferien für 4 Wochen 40 Stunden je Woche arbeiten, aber nicht an Samstagen oder Sonntagen. Die Arbeitszeit muss zwischen  6 Uhr und 20 Uhr liegen.
  • 16 bis 18 Jahre: Diese Regeln gelten weiter. Aber wer einen Job in der Gastronomie hat, darf bis 22 Uhr arbeiten, bei Schichtdienst bis 23 Uhr.
  • Über 18 Jahre: Der Gesetzgeber schränkt das Arbeiten nicht ein, da auch Schüler ab diesem Alter Erwachsene sind.

Selbstverständlich müssen die Eltern das Arbeiten einem Schüler, der noch nicht volljährig ist, erlauben. Aber trotz der Erlaubnis gelten die Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Mit anderen Worten ein 15-jähriger Schüler darf vor der Schule keine Zeitungen austragen, auch wenn die Eltern dies gestatten.

Natürlich darf ein jüngeres Kind im elterlichen Haushalt den Staubstauger bedienen oder den und dafür ein geringes Entgelt erhalten. Diese selbe Tätigkeit beim Nachbar auszuüben ist ihm aber nicht gestattet.

Ausnahmen bestimmen die Regel

Wer einen Job in einem Krankenhaus oder der Gastronomie findet, darf auch zu anderen Zeiten arbeiten. Es ist egal, ob der Schüler Kranke versorgt, Gäste bedient oder im Hinterzimmer eines Hotels bügelt. Wer in diesen Branchen arbeitet, darf auch an Samstagen oder an Sonntagen Geld verdienen.

An offenen Verkaufsstellen wie Bäckereien, Supermärkten oder an sowie bei Sportveranstaltungen und in Reparaturwerkstätten, ist es auch erlaubt, an einem Samstag zu arbeiten. Das macht diese Tätigkeiten während der Schulzeit interessant.

Generell geht aber grundsätzlich der Schutz vor. Einen Job, bei dem der Jugendliche sittlichen Gefahren, Lärm, gefährlichen Stoffen, großer Hitze oder Kälte ausgesetzt ist, darf er nicht ausüben. Auch Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind oder die ungehinderten Zugang zu Tabak und Alkohol ermöglichen, sind tabu.

Kategorie: Arbeit | Kommentare deaktiviert für Arbeiten und Schule sind möglich
Dezember 24

Ferienjobs für Schüler

hammer_gesetzbuch

Wenn das Taschengeld nicht reicht, liegt es nahe in den Ferien zu arbeiten, um die etwas dazu zu verdienen. Doch, wer noch keine 18 Jahre alt ist und der Schulpflicht unterliegt, muss verschiedene gesetzliche Vorschriften beachten.

Die Ferien dienen der Erholung

Ähnlich wie der Jahresurlaub bei Arbeitnehmern sollen die Ferien der Schüler für das Regenerieren von Körper und Geist sorgen. Aus diesem Grund ist es Schülern verboten, die komplette Ferienzeit mit Arbeit zu verbringen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz, kurz JArbSchG, erlaubt erst ab dem 13. Lebensjahr Arbeiten gewerblich zu arbeiten. Auch in den Ferien dürfen Schüler, die Jünger als 15 Jahre sind nicht mehr als zwei Stunden täglich arbeiten. Die Arbeit darf nicht vor den Zeiten stattfinden, zu denen üblicherweise der Unterricht beginnt, und nicht nach 18 Uhr erfolgen. Unter diesen Bedingungen sind Jobs schwer zu finden. Es bieten sich an, leichtere Arbeiten wie Teppiche zu reinigen, Blumen gießen in den Ferien und ähnliche Aufgaben gegen Bezahlung zu übernehmen.

Ältere Schüler dürfen in den Ferien 4 Wochen arbeiten und eine normale 40-Stundenwoche absolvieren. Wer das 15. Lebensjahr erreicht hat, kann deutlich leichter einen Job finden. In der Ferienzeit sind Hilfskräfte in Hotels gesucht, welche auch die Zimmer putzen oder die Wäsche bügeln. Dazu gehören auch, das Reinigen Der Badezimmer in den Gästezimmern sowie das Reinigen der kompletten Sanitäranlagen. Bei buegeleisen-vergleich.de finden sich übrigens gute Tipps, wie das Bügeln der Hotelwäsche leicht von der Hand geht.

Geld ist noch das Wichtigste

Auch wer in den Ferienarbeiten darf, sollte dies nicht immer unbedingt auch machen. Die Erholung ist wichtig und im Vordergrund muss immer die Leistung in der Schule stehen. Statt einen normalen Ferienjob anzunehmen, sind andere Alternativen oft sinnvoller:

  • Feriencamps im Ausland um eine Fremdsprache zu üben.
  • Jugendfreizeiten mit Nachhilfekursen kombiniert.
  • Als Betreuer in einem Feriencamp arbeiten.
  • Schnupperstudium an einer Universität.
  • Praktikum in einem Betrieb.

Diese Optionen werden zum Teil nicht bezahlt oder kosten sogar Geld. Sie bringen einen Schüler aber in der Regel im Schulalltag und auch beim Einstieg ins Berufsleben weiter. Besonders Auslandserfahrung, auch wenn sie nur kurz ist, bringt neben einer Erweiterung des persönlichen Horizonts, große Vorteile.

Kategorie: Arbeit | Kommentare deaktiviert für Ferienjobs für Schüler